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  • Nico Gauer

Kitzbühel

Bevor es auf die legendäre «Streif» ging, standen eine Woche vorher noch zwei Europacup Abfahrten in Tarvisio (ITA) auf dem Programm. Im ersten Training liess ich es mit Rang 29 noch etwas gemütlicher angehen. Beim zweiten Training erwischte ich dann schon einen sehr guten Lauf und fuhr die zweit schnellste Zeit. Dies motivierte mich sehr für das erste Rennen und zeigte mir, was alles möglich ist!

Leider war das erste Rennen mit Rang 15 nicht ganz so gut wie das Training am Vortag. Ich machte im oberen Teil einen kleineren Fehler und verlor dort die Zeit für eine top Platzierung. Das Gelände der Abfahrt war eher einfach und verzieh keine Fehler. Am nächsten Tag erwischte ich die Passage wieder viel besser und verlor nur 0.57 auf die Bestzeit, davon nur knappe zwei Zehntel auf das Podest. Für diesen Rückstand gab es einen 9. Platz und meine bisher besten Fis-Punkte. Ich war sehr zufrieden und wusste, dass ich auf dem aufbauen kann.

Nico Gauer Starthaus Kitzbühel

Nach Tarvisio ging es dann nach Kitzbühel, wo die «Streif» schon perfekt präpariert wartete. Ich freute mich sehr und als der Start immer näher rückte stieg die Anspannung von Stunde zu Stunde. Bei der Besichtigung vor dem ersten Training schaut man schon etwas blöde aus der Wäsche, wenn man die Startpassage mit «Mausefalle» und «Steilhang» sieht. Es ist einfach alles extrem steil, unruhig und eisig. Man weiss, dass es die schwierigste Abfahrt der Welt ist. Man kennt die Geschichten und Stürze, die es hier schon alle gegeben hat. Diese Strecke verzeiht keine grossen Fehler und das weiss man am Start. Das macht genau das besondere Gefühl im Starthaus aus.


Beim Debut auf der Streif gibt es bei den Schweizern immer eine kleine teaminterne Challenge bzw. Mutprobe. Beim ersten Training muss man mindestens dreimal mit dem Stock am Start angeben, dann bekommt man einen Glace-Coup bezahlt. Beim Start ist es so steil, dass es theoretisch nur mit einmal angeben reichen würde. Es kostete schon Überwindung aber ich habe diese Challenge geschafft! ;D

Ich werde meine erste Fahrt auf der Streif wohl nie vergessen. Der erste Teil erwischte ich eigentlich schon gut, im Mittelteil war da und dort ein Fehler dabei aber es war okay. Die Traverse erwischte ich auch gleich und bei der Einfahrt in den Zielschuss verschnitt es mir dann leider den Ski und ich stürzte… Bis auf eine kleine Platzwunde am Ellenbogen passierte mir aber zum Glück nichts. Das zweite Abfahrtstraining wurde dann wegen dem Wetter leider verkürzt und wir starteten nur von der «Alten Schneise». Meine Fahrt war bis zum «ober Hausberg» ganz okay, dort stach ich aber leider den Schwung komplett ab. Da zwei Abfahrten auf dem Programm standen, wurde entschieden, dass «Pfiffi» die Abfahrt am Freitag und ich die am Sonntag fahren werde.

Am Renntag gelang mir wieder bis zum «ober Hausberg» eine solide Fahrt. Bei der gleichen Passage wie beim Abschlusstraining stach ich den Schwung erneut ab. Diese Passage bereitete mir immer wieder Probleme, da das Tempo an dieser Stelle nicht sehr hoch und es eher glatt war, hatte ich da immer sehr mühe den Ski schön auf «Zug» zu halten. Durch diesen Fehler verlor ich natürlich viel Zeit. Bei der Anfahrt auf die Traverse machte ich dann etwas zu wenig Richtung, dadurch drückte es mich stark nach unten und ich verpasste das nächste Tor. So stellte ich mir meine Streif Premiere natürlich nicht vor. Ich sammelte jedoch in dieser Woche sehr viele und wichtige Erfahrungen und erfüllte mir einen sehr grossen Kindheitstraum! Schliesslich können nicht viele sagen, dass sie die Streif im Renntempo runtergefahren sind. Nun weiss ich, was nächstes Jahr auf mich zu kommt und ich freue mich jetzt schon es besser zu machen. See you next year Streif!

Nico Gauer Streif
© Agence Zoom
Nico Gauer Kitzbühel
© Sven Thomann

Direkt nach Kitzbühel ging es nach Saalbach (AUT) für zwei Europacup Abfahrten und einen Europacup Super-G. Was für eine scheiss Woche… Drei Rennen und nicht einmal in den Punkterängen. Ich verpasste zweimal in den Abfahrten eine sehr wichtige Kurve und hatte dadurch bei diesen sehr engen Rennen keine Chance auf Punkte. Im Super-G machte ich über eine Welle zu viel Richtung und kam dadurch ins Weiche…. wieder keine Punkte. Natürlich war ich sehr enttäuscht nach diesen Rennen in Saalbach. Abhaken und weiter geht’s!


Als nächstes seht ein Trip nach Norwegen auf dem Programm. In Kvitfjell stehen zwei Abfahrten und einen Super-G auf dem Plan und ein paar Tage später finden in Oppdal noch zwei Super-G statt.


Drückt mir die Daumen.

Let`s GO!

/Nico